Ich dachte ja immer, dass ich auf Sarkasmus stehen würde, aber das stimmt nur teilweise denn viel eher stehe ich auf Zynismus. Und Zynismus ist das Fachgebiet von Hagen Rether, Kabarettist und Deutscher Kleinkunstpreisträger.
Also, hier mal ein sehr zynisches Video zum anfixen.
Et après, etwas schwerer konsumierbares in voller Länge. Wer das Video bis zum Ende anschaut kann sich gemeinsam mit mir die Frage stellen, warum Herr Rether minutenlang bitterlich weint und danach den Ratschlag erteilt: „seien sie gut zu ihren Kindern!”
Anhängiges, Internet, Kritisches, Politik
„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.” (GG. Art.5,Abs.1) Findet aber vermutlich doch statt, denn „diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.” (GG. Art.5, Abs.2)
Geschickt eingefädelt hat Ursula von der Leyen ihre Initiative zur Sperrung von Webseiten, welche kinderpornographisches Material enthalten. Alleine die Frage, wie sie auch auf diversen Webseiten zur Umfrage stand, impliziert etwas unheimliches, nämlich das Gefühl „Wer gegen die Sperrung von Kinderpornoseiten ist, der ist wohl Befürworter von Kinderpornoseiten!” Es gibt aber noch eine andere Gruppe. Die Zensurgegner.
Sehr geschickt!
Diese Angst, als Gegner von Sperreinrichtung von Seiten die Kinderpornographie enthalten hatte allen Anschein und allen Gerüchteküchen zugrunde wohl auch die SPD, die kurz vor dem Wahlkampf wohl nicht als Verhinderer von Kinderschutz dastehen wollte.
Die Argumente der Gegner von Sperreinrichtungen hingegen, konnten mich überzeugen die bisher stärkste Petition beim deutschen Bundestag mitzuzeichnen. Diese Petition hat in den letzten Stunden der von der BILD-Zeitung initiierte Benzinpreis-Petition den Rang abgelaufen.
Die Grundlegenden Argumente, welche mich überzeugten
Sehr gut zu erkennen auf welchem laienhaften Wissensstand die Bundesregierung ist, lässt sich in einer kleinen Anfrage von der FDP. Die Hauptargumente der Bundesregierung die für die Internetsperren sprechen, waren bisher, dass sich die Server mit kinderpornographischen Inhalten in Ländern befänden die keine gesetzliche Regelung diesbezüglich hätten, oder in Ländern die nicht mit der Bundesregierung zusammenarbeiten, dies entgegnet sie auch auf die Frage 3 der kleinen Anfrage.
Die FDP fragt im Anschluss in Frage 4: In welchen Ländern steht Kinderpornographie nicht unter Strafe?
Die Bundesregierung entgegnet: Dazu liegen der Bundesregierung keine [...] gesicherten Studien vor. Hierzu passt weitergehend die Frage 7 der kleinen Anfrage, in der die FDP anfragt ob es zutrifft, dass sich der größte Teil der gefundenen Kinderpornographie auf Servern in den USA befindet. Daraufhin verweist die Bundesregierung wieder auf Frage 3 mit dem Zusatz, dass sie keine Kenntnis über die Größenordnung hat.
Interessant ist wieder die Frage Nr.9 in der angefragt wird, über welche wissenschaftlichen Erkenntnisse die Bundesregierung über die Verbreitung von Kinderpornographie verfügt, worauf die Bundesregierung antwortet: „Die Bundesregierung verfügt über keine eigenen wissenschaftlichen Erkenntnisse.” Angebracht werden aber Erkenntnisse anderer Länder.
Die Fragen 11 und 12 drehen sich um Sperrlisten anderer Länder. Insbesondere wird hier eine dänische Sperrliste angeführt auf der 119 in Deutschland gehostete Webadressen aufgeführt waren. Also 119 Webadressen, die in Dänemark nicht aufgerufen werden können, weil sie von der dortigen Regierung gesperrt wurden. Die Bundesregierung gibt hier zu, dass keine der 119 in Dänemark gesperrten Webseiten in Deutschland strafbar war.
In Frage Nummer 35 sieht die Bundesregierung keine Gefahr, dass die Sperrlisten der Allgemeinheit bekannt werden und liefert so ein nettes Branchenbuch für Pädophile.
Hier ist nochmal die gesamte kleine Anfrage als PDF
Die Internetsperren, wie sie die Bundesregierung fordert sind im Grunde genommen nichts anderes als Straßensperren, oder Sichtblenden. Die Internetseiten, welche kinderpornographisches Material beinhalten werden nicht gelöscht, sondern der Zugang wird nur erschwert, und das nichtmals besonders stark. Es ist davon auszugehen, dass jemand der nach kinderpornographischen Inhalten im Internet sucht, mittels einer Suchanfrage bei Google die Sperrung der Bundesregierung innerhalb von 5 Minuten überwunden hat.
Desweiteren wird einschlägiges Material in der Regel über andere Wege verbreitet, nämlich über entsprechende Filesharing Netzwerke, bei denen die Internetsperren in keiner Weise greifen.
Die Internetsperren in ihrer jetzigen Form sind eine Sichtblende, was vergleichbar ist mit einer Straftat auf offener Straße, wo die Polizei nicht die Straftat beendet, sondern die Straße sperrt. In Ländern in denen es bereits diese Internetsperren gibt (unter Norwegen, Schweden, Dänemark, Australien und der Schweiz) sind Sperrlisten aufgetaucht die zeigen, dass die einschlägigen Webseiten zumeist auf Computern in Ländern wie den USA und West-Europa einschließlich Deutschland liegen. Da in diesen Ländern Kinderpornographie verboten ist, wäre eine entsprechende Strafverfolgung möglich. Der Arbeitskreis Zensur machte die Probe aufs Exempel und schrieb die Provider an auf deren Servern sich laut der Sperrlisten kinderpornographisches Material befand an, und bat sie entsprechende Material zu entfernen. Die Ergebnisse veröffentlichte der Arbeitskreis auf seiner Webseite und bewies damit, dass es möglich ist entsprechendes Material schnell und einfach zu entfernen und schlussfolgerte daraus, dass das BKA zu wenig unternimmt.
Internetsperren sind eine Gefahr für die Demokratie. Schon bevor das Gesetz zur Sperrung entsprechender Internetseiten durchgewunken wurde, kommen bereits Forderungen nach einer Erweiterung der Sperren. Schon jetzt werden Forderungen nach der Blockade von Glückspielen, Sportwetten, Killerspielen, Urheberrechtsverletzungen, etc. erhoben. Steht erst einmal die Infrastruktur zur Sperrung von Internetseiten, wird nicht viel Zeit vergehen, bis diese auf weitere Bereiche ausgedehnt werden. Beispiele dafür gibt es ausreichend zu finden. So sperrt Australien Wikileaks, eine Seite auf der anonym Dokumente aus Politik und Wirtschaft veröffentlicht werden können.
Nun ja, kommen werden die Internetsperren wohl definitiv. Denn die Internetausdrucker der Bundesregierung sind die Profis, und die Generation C64 sind bloß Leyen!
…denen es leicht fällt Scheitelpunkte einer quadratischen Funktion zu errechnen, dabei aber selbst den Scheitel auf dem Kopf vergessen, geschweige denn ihn im Spiegel zu richten. Die voll darin aufgehen, wenn sie mit diversen Algorithmen komplexe mathematische Probleme lösen und sich danach auf die Schulter klopfen und denken sie hätten etwas reelles geleistet, anstatt dem Rhythmus zu lauschen um zu entspannen oder bei Rhythmus und Getränk mal ordentlich einen drauf zu machen. Es sind wahre Genies die es vorziehen Graphen in Koordinatensysteme zu zeichnen anstatt den VHS-Kurs im Bodypainting zu besuchen um spannenderes Zeichnen zu erlernen. Ich finde es wirklich toll, wenn Menschen in quadratischen Gleichungen sofort die dazugehörige Parabel vorm bildlichen Auge sehen, sie aber in Filmen nicht erkennen wenn sie einem ins Auge springt.
Ne, mal im Ernst. Bei Mathematik verstehe ich wirklich keinen Spaß mehr. Da hört es bei mir auf. Meiner Meinung nach gehört ein Zusatzartikel zum Schutz vor höherer Mathematik in das Grundgesetz. Es gibt einfach Menschen, die Mathematik nicht können. Die sie verabscheuen, sie hassen. Hasstiraden ausspeien sobald man zu einem mathematischen Thema befragt wird. Das ist keiner dieser Fälle wo man das Interesse an dem Fach anlernen kann, oder wo die Lehrperson höheren Einfluss auf das Interesse des Studierenden hat. Nein, es muss meiner Meinung nach einfach akzeptiert werden, dass das zwanghafte Erlernen von Mathematik bei gewissen Menschen Risse im Grundbau hinterlässt. Ich spreche hier von tiefen Wunden die wichtige Areale in der menschlichen Psyche in der Art verletzt haben, dass sie Auswirkungen auf die allgemeine Grundzufriedenheit haben.
Spezifische Hochschulberechtigung
Ich sehe durchaus ein, dass Kopfrechnen, leichte Prozentrechnung und die Grundzüge der Geometrie im täglichen Leben hilfreich sein können, und bin auch der Meinung, dass dieses in der Schullaufbahn bis zur Fachoberschulreife gelehrt werden sollte. Dies allerdings in einem Rahmen, den man als Realitätsnah bezeichnen kann. Also leichte Mathematik, die einem bei Alltagsproblemen helfen kann. Darunter fallen alle Rechenarten, die man im Kopf leicht behalten kann um sie so in der Praxis effektiv verwenden zu können.
Danach stelle ich mir anstatt des Abiturs als allgemeine Hochschulberechtigung eine spezifische Hochschulberechtigung vor, die speziell auf bestimmte Kategorien von Studiengängen vorbereitet. So haben angehende Philosophie Studenten keinerlei Mathematik (außer auf Wunsch) in ihrer Hochschulvorbereitung und angehende Studenten im IT Bereich erlernen keine Gedichtinterpretation. Denn beide benötigen es nicht.
Durch diese Regelung fällt bei der Abschlussnote auch nur die Studienfachspezifische Leistung ins Gewicht und nicht wie bisher auch Fächer die mit dem eigentlichen Studiengang rein gar nichts zu tun haben.
Naja, bis es soweit ist, widme ich mich der quadratischen Ergänzung.
Bis dahin!
Erlebtes, Indifferentes, Leben, Politik
…waren zumindest von dem was ich so las, oder besser gesagt lesen musste, denn an anderen Themen hapert es, geprägt von der Europawahl. Europawahl, Europawahl… Was wählen wir da noch gleich? Ein Parlament was neue Gesetze verabschiedet? Nein, das war es nicht. Es kann wohl anstehende Gesetze verhindern. Irgendwas in der Richtung wirklich näher beschäftigt habe ich mich damit nicht weiter, ab er es steht auf meiner toDo-Liste irgendwo im mittleren Bereich, weit unter der Fertigstellung meines neuen Holzpools.
Die Piratenpartei konnte sich einen Sitz im europäischen Parlament erentern und ist sich noch unsicher wo der Pirat demnächst sitzen soll. Entweder bei den Liberalen, oder bei den Grünen, zumindest ist das mein letzter Kenntnisstand.
Ja, Piratenpartei. Das muss in den Ohren der meisten Leser dieses Blogs welche sich weniger mit Themen aus dem Internet beschäftigt sicher merkwürdig klingen. Die allermeisten mit denen ich über die Piratenpartei gesprochen habe, verbanden damit Captain Jack Sparrow von der Black Pearl, aber nicht eine durchaus ernstzunehmende politische Partei. Die einzige Partei im Übrigen, die mit klaren Forderungen bei der Europawahl auftrat. Anstatt mit „Deutschland in Europa”, WUMS oder Finanzhaien aufzutreten fordert die Piratenpartei eine Novellierung des Urheberrechts sowie “Freie Kommunikation in einer offenen Gesellschaft”. Also gegen jede Zensur. Aber, es waren nicht die deutschen Piraten die das Europaparlament enterten, sondern die weitaus erfolgreicheren Schweden, aus dem Gründungsland der Piratenpartei.
Die französischen Rechtspopulisten hatten eine wahnsinnig einleuchtende Begründung für das Spitzenergebnis der französischen Grünen. Schuld daran sei der Film HOME von Yann Arthus-Bertrand. Guter Film übrigens, der vollkommen gratis, weil der Herr Arthus-Bertrand die paar Mücken die er im Kino einbringt nicht nötig hat und um es allen Menschen zu ermöglichen diesen Film zu sehen, bei Youtube läuft. Nämlich hier
Achja, und gestern konnte ich bei RTL sehen, dass nicht nur Heidi Klum, sondern auch Til Schweiger seine hochgerüstete Belanglosigkeit zum Maßstab humaner Seinserfüllung macht.
(wusste doch, dass ich diesen Satz mal irgendwo einbauen kann)
Bis dahin, genießt den Regen!
Ein grandioser Kurzfilm, der mich dazu brachte an einem eher tristen Tag einen kleinen Lachkrampf zu bekommen. Der Film spielt in einem Personenabteil und vermittelt zu Beginn eine typisch träge, kommunikationslose Situation, die viele sicher schon so ähnlich erlebt haben.
Ich denke es macht Sinn sich beim gucken in die Situation reinzuversetzen und bin gespannt, ob sie sich halten konnten, oder ob sie auch übermannt wurden.
Merci! Ein Film von Christine Rabette
Viel Spaß
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