Religion

Ist Dianetik gefährlich?

1 Kommentar 04 Mai 2008

Dianetik ist eine Methodik um „negative Speicherungen“ aus dem reaktiven Verstand zu löschen. Das Buch Dianetik wurde von LaFayette Ron Hubbard verfasst. Ein ehemaliger Science Fiction Buchautor, der sicherlich einiges im Köpfchen hatte.

L. Ron Hubbard gründete auch die Church of Scientology, die erste „wissenschaftliche Glaubensgemeinschaft“, wobei Scientology mit einer Kirche so gut wie nix zu tun hat.

Laut der Dianetik wird alles was uns hemmt, alle Fehlentscheidungen die wir treffen und fast alle „Geisteskrankheiten“ wie z.B. Depressionen etc… durch sogenannte „Engramme“ ausgelöst. Engramme sind negative Erlebnisse, die auch unbewusst in unseren reaktiven Verstand gelangt sind und dort gespeichert wurden. Laut Hubbard wird alles was wir erleben gespeichert. Also auch wenn wir durch eine Operation oder durch Medikamente evtl. bewusstlos wahren, zeichnet unser Gedächtnis alles auf was um uns rum passiert.

Der reaktive Verstand ist das sogenannte Unterbewusstsein, in dem alle Erinnerungen gespeichert sind, die aufgrund Ihrer Schmerzhaftigkeit verdrängt wurden. Dieser Teil hat einen großen Einfluss auf unsere Stimmung. Dieser reaktive Verstand ist allerdings unfähig Geschehnisse sachgerecht zu differenzieren. Das ist auch der Grund, warum bei manchen Menschen der Anblick eines Hundes Panikattacken auslöst, auch wenn der Biss durch diesen bereits 30 Jahre her ist. Die sogenannten Phobien. Ein schmerzhaftes Ereignis wird im reaktiven Verstand gespeichert und löst sofort eine Reaktion aus, sobald eine ähnliche Situation eintritt. Wegen der Unfähigkeit zwischen wichtig und falsch zu differenzieren, hat der reaktive Verstand „heutzutage“ mehr Unnutzen als Nutzen.

Laut Hubbard ist der reaktive Verstand für einen Menschen in der heutigen Zeit absolut entbehrlich. Der reaktive Verstand ist somit etwas animalisches, dass in bestimmten Situationen die Kontrolle über uns übernimmt. Wir verlieren die Kontrolle. Anders funktioniert unser normaler Verstand. Wir können abwägen und dann entscheiden. Wir analysieren ohne wie ein Tier zu handeln. Wie bereits gesagt sagt die Dianetik nichts anderes aus, als dass Sie die Möglichkeit hat, diese „schmerzhaften“ Erinnerungen bzw. Speicherungen zu entfernen. Genauer gesagt sollen die Erinnerungen nicht gelöscht werden, sondern in den normalen Verstand verschoben werden. So kann man sich an einen Tierbiss ohne Emotionen erinnern. Man sieht diesen sachlich ohne Panik. Durch das Löschen dieses Erlebnisses aus dem reaktiven Verstand, verläuft eine Gegenüberstellung mit einem Hund dann Angstfrei und nüchtern.

Das Löschen dieser „Engramme“ wird mit einer Methode die Auditing genannt wird durchgeführt. Ein Auditor (Mitglied der Scientology) führt Sie zurück an den Zeitpunkt des Geschehnisses, also keine Rückerinnerung sonder eine Rückführung. Laut Ron Hubbard erleben Sie das Ereignis noch einmal. Sie Riechen, Hören und Schmecken. Als technisches Gerät wird beim Audit ein sogenanntes E-Meter genutzt. Im Grunde ein simpler Lügendetektor. Zwei metallische Handgriffe, 2 Kabel und eine Skala. Das Gerät misst anscheinend die Hautspannung und kann so „Aufregung oder Lügen“ entdecken.

Sind alle „Engramme“, also alle schadhaften Speicherungen aus dem reaktiven Verstand gelöscht, nennt man den Status: Clear. Also übersetzt „Frei oder Rein“. Dieser sog. „Dianetic Clear“ soll dann nicht mehr in der Lage sein Fehlentscheidungen zu treffen. Man wird unfehlbar! Klingt gefährlich? Das gleiche behauptet die katholische Kirche seit Jahrhunderten vom Papst. Die Scientologen oder genauer L. Ron Hubbard begründet das damit, dass alle Fehlentscheidungen wieder durch den reaktiven Verstand ausgelöst werden. Laut Hubbard ist es nicht Möglich, dass unser Gehirn eine falsche Entscheidung trifft. Als Beispiel nimmt er das einer Rechenmaschine.

Jetzt wird’s spannend:

Man stelle sich mal vor, man hat eine Rechenmaschine, die sich nicht verrechnen kann. Man gibt die Aufgabe 1 x 7 ein und als Ergebnis wird 7 ausgespuckt. Jetzt stellen Sie sich vor, die Rechenmaschine hat einen kleinen Fehler! Es klemmt eine Taste. Die Taste 3 klemmt und erscheint immer vor jeder eingegeben Zahl. Man gibt also 1 x 7 ein und als Ergebnis wird 1147 angezeigt. Alle würden denken die Maschine sei defekt und Rechne falsch. Vermutlich würde niemand auf die Idee kommen, dass das was eingegeben wird falsch ist. Genauso wird diese Theorie auf den Menschen umgemünzt. Im Grunde muss man bloß nach einer eingeklemmten 3Taste suchen, damit die Ergebnisse wieder stimmen. Die eingeklemmte Taste sind beim Menschen die „Engramme“

Die Haken an der Sache
Das Ganze klingt vielleicht sehr interessant für viele Leser. Noch interessanter wird das Ganze klingen wenn man sogar das Ganze Buch „Dianetic“ von L. Ron Hubbard liest. Dazu muss man wissen, das die Dianetik eine „Pseudowissenschaft“ ist. Senior Hubbard erklärt die Dianetik sehr wissenschaftlich und schiebt Studien vor, die gelaufen seien. Alles sei wissenschaftlich nachgewiesen…. Aber wer hat diese Studien durchgeführt? L. Ron Hubbard! Man sollte keinen Studien trauen, die der Auftraggeber selber durchgeführt hat. Aber die Dianetik klingt für mich als logisch denkenden und interessierten Menschen nicht gefährlich und durchaus interessant.

Das zweite Problem ist, dass die Dianetik direkt an die Church of Scientology geknüpft ist. Die von einer überragenden Mehrheitsmeinung als Sekte gesehen wird und anscheinend nicht unbegründet in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet wird.
Und noch ein weiteres Problem ist, dass Scientology ein teurer Verein ist. Man wird eine Menge Kohle los bevor man den Status eines Clear erreicht. Eine Stunde Auditing kostet ca. 175,00€ – 200,00€. Also ein teurer Spaß.

Letztendlich kann ich für mich sagen: „Dianetik alleine gesehen klingt eher ungefährlich aber den Kontakt zu Scientology werde ich weiterhin meiden.“

Sara Hubbard, die Ehefrau von LaFayette Ron Hubbard über Ihn:

So berichtet die >Times Herald< in Washington D.C. am 24. April 1951 über das Scheidungsverfahren des Ehepaares Hubbard. Die Ehefrau hätte in dieses Verfahren eingebracht, dass qualifizierte ärztliche Berater empfohlen haben, ihren Ehemann L. Ron Hubbard zur psychiatrischen Beobachtung und Behandlung einer Geisteskrankheit mit der Bezeichnung >paranoide Schizophrenie< in ein privates Sanatorium einzuweisen. Frau Sara Hubbard gab an, von Ihrem Ehemann systematisch gefoltert, geschlagen, stranguliert worden zu sein. Außerdem habe er mit ihr experimentiert.

Zitat aus Schwarzbuch Scientology von Ursula Caberta (erschienen beim Gütersloher Verlagshaus)

Empfehlenswerte Links:
http://www.ingo-heinemann.de/
http://innenministerium.bayern.de/
http://agpf.de/
http://dianetics.org/

Empfehlenswerte Bücher
Hubbard L. Ron: >> Dianetik
Caberta Ursula: >> Schwarzbuch Scientology

Medizin

Sieht komisch aus, ist aber gefährlich

0 Kommentare 02 Mai 2008

Da sitzt man zusammen in dieser generationsübergreifenden Kaffeerunde weil einer der älteren Teilnehmer mal wieder einen runden Geburtstag feiert. 75 Jahre alt geworden, dass kann schon mal gefeiert werden, aber nicht nur deshalb wird das Geburtstagskind heute im Mittelpunkt stehen.
Unser 75 jähriges Geburtstagskind hat nämlich so einige Überraschungen im Körper parat, die von außen gar nicht so auffallen. Im Alter von 75 Jahren nicht selten ist die Arteriosklerose. Was im Grunde nix anderes bedeutet als, dass aus den schön elastischen Blutgefäßen, die er mal hatte, verhärtete, verkalkte, unelastische Rohrleitungen geworden sind. Verursacht durch Bindegewebsveränderungen sowie Ablagerungen aus: „Kalk, Cholesterin und Fettsäuren“. Diese lassen den Blutdruck gerne mal in die Höhe sausen. Das kann man sich im Grunde sehr gut vorstellen, wenn man sich die Blutgefäße mal im Querschnitt ansieht:

Wenn die gleiche Menge Blut die pro Minute durch das normale Gefäß fließt, durch das verengte Gefäß fließen soll ist dieses nur durch höheren Blutdruckruck möglich und das natürlich dauerhaft. Also eine anhaltende Hypertonie.

Jetzt stellen wir uns mal vor ein „Kalkbrocken“ bricht vom Rand eines Gefäßes ab. Durch den Blutstrom wird dieses mitgerissen und folgt dem Gefäßverlauf. Da die Gefäße aber immer enger werden, wird der gelöste Brocken irgendwann stecken bleiben. Wenn unser Kalkbrocken den Weg in unser Gehirn gewählt hat, wird er an einer kleinen Arterie dort stecken bleiben und das entsprechende Gefäß verstopfen. Das nennt man Schlaganfall. Auch bekannt als Hirninfarkt oder Apoplex oder Insult.

Das kann man sich so ähnlich vorstellen wie ein Stau auf der Autobahn, der ganze Bereich, der hinter der Unfallstelle liegt, kann nicht mehr, oder nur durch Umwege, die sogenannten Kollateralien, erreicht werden. Was für unser Gehirn bedeutet, dass der ganze Bereich der hinter der Verstopfung liegt nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird und wo kein Sauerstoff, da ist kein Leben. Also besteht die große Gefahr, dass Gehirnzellen in diesem Bereich absterben.

Klar, das Ganze ist eine sehr gefährliche Erkrankung. Denn immerhin sterben hier Teile des Gehirns ab. Unser Gehirn sorgt dafür, dass wir Denken, Reden, Laufen etc… können. Dafür, dass wir uns orientieren und Menschen wiedererkennen, aber auch lebenswichtige Funktionen wie das Atmen oder unserer Schutzreflexe, wie das Husten werden teilweise vom Gehirn gesteuert.

Wie erkenne ich einen Schlaganfall?
Vorher möchte ich erklären, wie ein Schlaganfall anatomisch abläuft, dann sind die Symptome klarer, bzw. dann machen Sie mehr Sinn.
So ein Schlaganfall findet in aller Regel nur auf einer Seite des Gehirns statt. Eigentlich logisch weil vorher die Blutgefäße viel zu dick sind um zu verstopfen. Also stellen wir fest: „Teile einer Gehirnhälfte werden beim Schlaganfall nicht mehr, oder nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt!“
Jede Gehirnhälfte steuert eine Körperhälfte. Genauer gesagt:“Meine rechte Hirnhälfte steuert meine linke Körperhälfte und andersrum!“ Wie könnte so ein Schlaganfall nun aussehen? Wie reagiert mein Körper darauf, wenn ein Organ was die Muskeln einer Körperhälfte steuert plötzlich ausfällt?

Die Symptome erklären sich im Grunde von selbst:

  • Lähmung einer Körperhälfte. Mundwinkel, Gesicht, Arme, Beine, etc… (Hemiparese)
  • Sprachstörungen, denn auch unsere Sprache wird vom Gehirn gesteuert. (Aphasie)
  • Taubheitsgefühle – Arm oder Bein einer Seite fühlen sich wie eingeschlafen an
  • plötzliche Bewusstseinstrübung bis hin zur Bewusstlosigkeit
  • heftigste Kopfschmerzen

Das dramatische am Schlaganfall ist im Grunde, dass dieser von außen nicht unbedingt dramatisch aussieht. Zumindest im Gegensatz zum z.B. Herzinfarkt. Bei diesem sind Todesangst und stärkste Schmerzen sehr signifikant. Trotzdem ist die Gefahr beim Schlaganfall natürlich dramatisch. Da es sich um unser Gehirn handelt.

Was tun beim Schlaganfall?
Rufen Sie umgehend (also ohne vorherige Diskussionen mit dem Patienten, weil dieser nicht schon wieder ins Krankenhaus möchte ) die 112 an. Der Leitspruch im Krankenhaus für den Schlaganfall ist: “Time is Brain“, also Zeit ist Gehirn. Je schneller jemand mit einem Schlaganfall behandelt wird, desto besser. Bitte auch keine Spielchen, wie z.B. erst den Hausarzt zu rufen, weil ein Rettungswagen zu übertrieben scheint (was sollen denn auch die Nachbarn denken). Der Hausarzt kann den Schlaganfall vor Ort auch nicht behandeln, sondern auch nur einen RTW rufen. Keine Zeit verschenken.

Was tut das Krankenhaus?
Durch engmaschiges Monitoring wird sichergestellt, dass die Vitalparameter des Patienten in einem akzeptablen Bereich liegen. Kann außerdem eine Hirnblutung ausgeschlossen werden (durch CT, MRT) besteht die Möglichkeit das Gerinnsel durch bestimmte Medikamente (die sogenannte Thrombolyse) aufzulösen. Quasi Rohrfrei für Blutgefäße. Der Faktor Zeit ist dabei natürlich von entscheidender Bedeutung.
Zu den Risikofaktoren des Schlaganfalls gehört unter anderem übrigens das Rauchen, welches ich noch immer erfolgreich bekämpfe.

interessante Blogs sind hier z.B.: Imedo, DZKF, Malenas Welt

Orgasmusprobleme durch Bildung

Internet, Mitbewerber

Orgasmusprobleme durch Bildung

4 Kommentare 02 Mai 2008

Sie haben einen Schulabschluss? Oder noch schlimmer: Vielleicht sogar Abitur und im schlimmsten Fall ein Studium hinten angehängt? Nicht so toll, oder? Aber die, die betroffen sind wissen ja wovon ich rede. Sonst im Leben klappt alles Super. Guter Job ordentliches Einkommen, eigentlich ein tolles Leben. Wenn da nur die Orgasmusprobleme nicht währen.

Laut einer Umfrage der beQueen unter 2005 Teilnehmern ergab: 62 Prozent der Frauen mit Hochschulreife und mehr tun sich schwer beim Kommen.“

Damit ist im Grunde nur ein altes Sprichwort jetzt durch eine „Studie bzw. Umfrage“ belegt: „Dumm fickt gut.“

Aber woran liegt das? Möglichkeit 1 ist, dass die Umfrage der beQueen einfach nicht repräsentativ ist. Wobei 2005 Teilnehmer eigentlich ein wirklich gutes Mittelmaß bilden müsste. Möglichkeit 2 währe z.B. wieder so eine Gehirnverkettung. Klar ist auch, wenn unser Gehirn zu sehr mit anderen Sachen beschäftigt ist, fällt es schwer sich auch noch auf eine andere Sache zu konzentrieren. Das funktioniert einfach nur bei den wenigsten.

Vergleichbar währe unser Gehirn in diesem Fall mit einem Computer. Sind zu viele Programme am Laufen und der Arbeitsspeicher ist fast ausgereizt, dann laufen Anwendungen die sehr ressourcenfressend sind auch nicht ruckelfrei.

Aber dieser Artikel soll auch nicht zu lang werden, sondern ist mehr ein Fundstück aus den Weiten des Internets. Der Mädchenblog sagt sogar:

Nun Mädels, was lernen wir daraus? Außer, dass die Bild.de-Seite nicht gut für unseren Blutdruck ist? Nun ja, vielleicht sollten wir den Männern wieder die Hochschule überlassen und uns unserer Aufgabe als Betthäschen mit mehr Leidenschaft und Elan widmen? Unser Beitrag, für den Weltfrieden. Oder zukünftig einfach die Sudoku-Hefte “advanced level” beim Liebesspiel aus der Hand legen? Verflixt kompliziert, eine geeignete Lösung für unsere Orgasmusprobleme zu finden.

Mund-zu-Mund Beatmung | Ekelig!

Medizin

Mund-zu-Mund Beatmung | Ekelig!

2 Kommentare 01 Mai 2008

Wenn es einmal für Sie vorkommen wird, dass Sie als erster bei einen Herzkreislaufstillstand vor Ort sind, ist die korrekte Erste Hilfe Maßnahme für Sie, die Mund zu Mund Beatmung. Das hat man vielleicht schon mal gehört. Aber hat man Ihnen in Ihrem Erste-Hilfe Kurs auch gesagt, dass diese Maßnahme mitunter wirklich ekelig sein kann. Wenn man mal ganz ehrlich in sich hereinschaut, dann weiß man das auch. In vielen Fällen, sogar ca. 80%, werden wir denjenigen, dem wir Erste-Hilfe leisten auch kennen. Dann ist diese „Ekelbarriere“ vielleicht etwas weniger markant vorhanden. Aber es gibt ja auch noch die 20 Prozent, wo wir den Menschen, der neben uns kollabiert nicht kennen. Ein Fremder! Der könnte doch sonstwas für Krankheiten haben! Cholera oder HIV, oder sogar die Pest!! Also was tun? Schnell umdrehen und so tun als hätte man nichts gesehen? Bei Menschen, die ein sogenanntes Gewissen in Ihrem Körper haben, wird dann die Nacht aber unruhig. Einschlafprobleme durch Gewissensbisse könnten noch das geringste Problem sein. Deswegen möchte ich hier Wege vorstellen wie man diese „Barriere“ überbrücken kann.

Erstmal sollten wir klar machen, wovor wir uns überhaupt ekeln bei der Mund zu Mund Beatmung.

Der Faktor Körperflüssigkeiten. Notfallsituationen wie ein Herz-Kreislaufstillstand hat in vielen Fällen mit dem Austritt von Körperflüssigkeiten zu tun. Bei einem Herz-Kreislaufstillstand aus internen Ursachen, wird dieses in den allermeisten Fällen Erbrochenes sein. In einigen Fällen auch Blut, wie bei chirurgischen Ursachen (Verkehrsunfälle, Traumen, etc…) aber in einigen Fällen auch bei internistischen Ursachen, wie z.B. bei rupturierten Ösophagusvarizen.

Der Geruchsfaktor. Dieser Faktor ist natürlich nicht unbedingt an bestimmte Notfallsituationen geknüpft. Einige Erkrankungen können aber auch bestimmte Gerüche auslösen, die von einigen Personen evtl. auch als ekelig empfunden werden, wie z.b. der Acetongeruch beim diabetischen Coma. Ein Tragisches Beispiel gibt es beim Haarspalter

Der Aussehenfaktor. Man kann es sich schon vorstellen, dass Notfallpatienten nicht unbedingt immer adrett oder gestylt und gepflegt aussehen. Durch den Sauerstoffmangel wir die Haut grau-bläulich. Vielleicht sind die Augen starr und der Mund ist geöffnet. Halt nicht unbedingt ein einladender Anblick.

Nichtsdestotrotz ist die Herz-Lungenwiederbelebung durchzuführen und die Herz-Lungenwiederbelebung ist laut den Guidelines des ERC (European Resuscitation Council) eine Herzdruckmassage 30x in Kombination mit zwei Beatmungen. Also vorweg, wenn Sie keinen Weg sehen, die Beatmungen durchzuführen, da Sie Ihre Ekelbarriere nicht überwinden können: „Ist die Herzdruckmassage durchgehend anzuwenden“ Sie drücken den Brustkorb mit Ihren Handballen also mit einer Frequenz von 100/min solange zusammen, bis der Patient wieder atmet (eher unwahrscheinlich), er sich bewegt (ebenso unwahrscheinlich) oder der Rettungsdienst eintrifft und Ihre Maßnahme fortführt (schon wahrscheinlicher).

Aber es gibt viele Wege seine Ekelbarriere zu überwinden.

Weg 1 | ein Tuch. Man nimmt ein Dreiecktuch, oder seinen Pullover wischt Reste des erbrochenen damit ab und legt es dicht über den Mund. Ruhig in mehreren Lagen und beatmet den Patienten darüber. Das ist sehr gut möglich, es empfiehlt sich aber diese Maßnahme vorher etwas zu üben. Am besten unter Anleitung in Erste-Hilfe Kursen.

Weg2 | Lifekey-Beatmungsfolie. In Apotheken und Sanitätshäusern ist eine Beatmungsfolie erhältlich, die praktischerweise am Schlüsselanhänger mitgeführt werden kann. Diese ist mit einem Filter versehen. Auch hierbei empfiehlt sich das Training in einem Erste-Hilfe Kurs.

Weg3 | Beatmungsmaske. Eher für den Verbandskasten oder für das Handschuhfach ist diese Beatmungshilfe konzipiert. Die Beatmungsmaske ist aufgrund Ihrer Größe eher unhandlich um Sie permanent mit sich herumzutragen. Die Beatmung hierüber ist auf jeden Fall vorher zu trainieren. Die Anwendung ist nicht schwierig, aber Sie muss einem erklärt werden.

So haben wir Gründe kennengelernt die uns an einer Mund-zu-Mund Beatmung hindern, aber auch drei attraktive Möglichkeiten wie wir die Ekelbarriere überwinden können.

Ich selbst habe auch noch nie eine Mund-zu-Mund Beatmung durchführen müssen, aber ich habe mir Gedanken gemacht was ich tue, wenn ich mal in solch eine Situation gerate. Das empfehle ich grundsätzlich jedem Leser dieses Artikels.

Meine Lösung ist der Lifekey, den ich am Schlüsselbund bei mir trage und als Alternative ein Stück Stoff, wie mein T-Shirt oder Pullover.

Kaninchen mit Radialislähmung

Erlebtes, Leben, Medizin

Kaninchen mit Radialislähmung

2 Kommentare 29 April 2008

Kaninchen sind erstmal Tiere die bloß gezüchtet wurden weil Sie lecker sind und man tolle Kleidung daraus fertigen kann, die auch noch wärmt. In Zeiten wo es keinen MC Donalds oder Supermarktketten gab waren Kaninchen eine tolle Sache. Man nahm auf langen Reisen einfach ein Kleingehege voller Kaninchen mit und konnte sich sicher sein, dass es genug zu Essen gibt. Ist klar, oder? Kaninchen haben einen außergewöhnlich ausgeprägten Geschlechtstrieb und sind von der Ernährung her auch eher anspruchslos. Gräser, Heu und natürlich Löwenzahn oder sonstige Kräuter fand man auch damals schon ausreichend und vor allem kostenlos an jeder Reiseroute.

Unter diesem Gesichtspunkt kommt die folgende Geschichte sicherlich etwas übertrieben daher, aber das Verhältnis vom Menschen zum Kaninchen hat sich seitdem etwas gebessert. Sicherlich findet man immer noch das eine oder andere hartgefrorene Kaninchen in Deutschlands Tiefkühltruhen. Aber in einer Zeit wo kaum noch jemand sein Essen selber erlegt, (was übrigens zu einem sprunghaften Anstieg der Vegetarierstatistik führen würde, wenn jeder das Essen, das er Essen möchte selber erlegen müsste) sind Kaninchen eher zu Haustieren geworden, die man knuddeln kann.

Also die Entscheidung steht. Man möchte ein Kaninchen und wie es der Zufall so will, muss man plötzlich gar keines mehr kaufen, sondern bekommt eines angeboten. Getreu dem Motto: „einem geschenktem Gau schaut man nicht ins Maul.“ Erteilt man eine Zusage ohne das Vieh vorher jemals gesehen zu haben. Immerhin, der Deal war: „Kaninchen mit Außengehege, Stall, Fresspötten, Heu, etc… für 0,00€“ Der Haken an der Sache war ertragbar, das Kaninchen war einfach: „Ich sag mal kackhäßlich!“ [siehe Bild]

Weil man aber eigentlich etwas knuddeliges, dropziges möchte und man durch Zufall in Internetforen oder Blogs gelesen hat, dass es beinahe schon an Tierquälerei grenzt ein Kaninchen alleine zu halten, ist die Entscheidung sich ein zweites zu holen nicht fern. Wir entschieden uns für ein Männchen, weil wir gehört haben, dass sich Männchen und Weibchen wohl besser vertragen. Also, in den nächsten Raifeisenmarkt und Kaninchen gekauft. Ein niedliches, putziges Kaninchen in braun mit Schlappohren. Jetzt konnte man endlich einem kleinen Wesen all die Liebe schenken, die man diesem hässlichen Kaninchen nicht geben konnte.

Aber, die süßen sind ja meistens die Problemfälle. So endeckten wir nach einigen Tagen, eine Wunde an dem Fell des Kaninchens. Es sah tumorartig aus und Wundwasser trat aus. Also irgendwie unschön aber nicht besorgniserregend.

Damit die beiden Ihren, wie ja schon beschrieben, ausgeprägten Sexualtrieb nicht auf unsere Kosten ausleben und weil wir keine Kondome in der Größe gefunden haben. Sollte der kleine niedliche kastriert werden. Eine Kastration unter Narkose beim Tierarzt kostet 50,00€. Ein Arbeitskollege machte mir den Vorschlag die Kastration kostenfrei bei seinem Bruder durchführen zu lassen, dieser würde die Eier des Kaninchens über den Rand eines Gullideckels legen, und dann den schweren Deckel fallen lassen, sodass Ihm die Eier abgekniffen werden. Wir entschieden uns schlussendlich trotzdem für den Tierarzt, da die Tumorwunde auch behandelt werden sollte. Ja, schlussendlich ist die Operation gut verlaufen und der Tumorknubbel wurde entfernt. Es waren Haare, die aus welchem Grund auch immer nach innen gewachsen sind. Eier gab es nicht abzukneifen, da der Tierarzt feststellte, dass es sich um ein Weibchen handelte. Der Name Findus bleibt trotzdem.

…Monate später

Dann kommt der Tag. Sie gehen hoch „In die Wohnung des Kaninchens“ (ich übertreibe etwas, aber das [die] Kaninchen haben ein eigenes Zimmer unter dem Dachstuhl) und sehen, dass das niedliche der beiden Kaninchen doch stark humpelt. Also wirklich gar nicht gut geht. Man guckt sich das ganze eine gewisse Zeit an, aber als Mensch mit einer ausgeprägten Empathie hält man die Situation einfach nicht lange aus. Vor allem dann nicht, wenn einem noch eine Frau, mit noch viel stärker ausgeprägter Empathie im „Nacken“ sitzt. Also Kaninchen eingepackt und zum Tierarzt damit. Die Diagnose kam prompt. Luxation der Patella evtl. durch einen Bänderriss. Der Bewegungsablauf des Kaninchens sah deshalb so jämmerlich aus, weil bei jedem Schritt die Kniescheibe dislozierte. Was auch schon mal Schmerzen machen kann. Aber der Tierarzt befand die Sache, Gott sei Dank, als ertragbar und verordnete erstmal: „abwarten“. Kosten: „5,00 € für die Untersuchung“

Wie kann sowas überhaupt passieren? Ich meine unser Kaninchen ist ja kein Extremsportler, der sich derart verletzen kann, dass seine Kniescheibe durch einen Riss der haltenden Bänder, Ihren Platz verlässt? Wir vermuten, dass er in seinem Käfig irgendwo hängen geblieben ist und da Kaninchen ja Fluchttiere sind, hat er wohl so stark gestrampelt, dass durch diese heftigen Bewegungen die Patellasehne gerissen ist. Aber der Tierarzt sollte recht behalten. Abwarten schien wohl die beste Therapie zu sein, denn der Zustand besserte sich erstmal soweit. Bis uns eines Tages auffiel, dass das Kaninchen auf den Vorderläufen auch sehr merkwürdig läuft. Bei genauerem hinsehen war zu erkennen, dass die linke Pfote immer angewinkelt blieb. [Siehe Skizze. ] Das Kaninchen läuft quasi permanent mit „der Handrückseite“. Entscheidung? Im Grunde klar, bevor ich den Hasen zum Bruder meines Arbeitskollegen gebe der ihn mit Schraubstock und Bunsenbrenner wieder gesund macht, kommt der kleine wieder zum Tierarzt.

Die Diagnose diesmal: Radialislähmung! Dieses Wort erkläre ich mal direkt hier. Der Nervus radialis ist der Nerv, der die Streckmuskulatur des Ellenbogens, der Handgelenke sowie der Finger innerviert. Vorstellbar wie bei einem Roboter kabel zum Motor des „Armes“ laufen. So laufen bei Säugetieren Nerven zu den einzelnen Muskeln. Das Ganze funktioniert wie bei einem Roboter über Stromimpulse. Wir dieses Kabel, der Nerv an irgendeiner Stelle unterbrochen, durch einen Riss oder sonstige Leitungstörungen, kann der Nerv dem Muskel nicht mehr sagen: „Streck dich!“ und die Pfote bleibt in hängender Stellung. Sie Grafik oben.

Jetzt wird die Sache schon etwas haariger, denn die Behandlung einer Radialislähmung besteht in der Regel in der Amputation der betroffenen Gliedmaße. Macht auch durchaus Sinn. Wenn ein Tier dauerhaft mit der Außenseite der Pfote läuft, wird die Haut dort in der Folge irgendwann „durchscheuern“. Ist klar, wenn Sie sich mal vorstellen sie würden immer auf den Händen laufen und dann noch mit der Handaußenseite auf dem Boden, würde es wohl nicht lange dauern, bis die Haut weg ist und Sie sich sozusagen das Innenleben mal angucken können.

Wir entschieden uns erstmal gegen eine Amputation. Aus folgendem Grund: (und hieraus soll auch ersichtlich werden, dass das nur für Kleintiere gelten kann. Nicht für Hunde oder Katzen mit Radialislähmung.) Wir wollten unser Kaninchen jetzt nur noch im Käfig halten und den Boden mit Streu und Baumwollteppich als Grundlage so weich wie nur möglich abpolstern um ein Wundlaufen zu vermeiden. Desweiteren begann ich mit den behindertengerechten Umbaumaßnahmen des Käfigs. Um jegliche Verletzungsgefahr auszuschließen und die ADLs (Activitys of daily Living) des Kaninchen so einfach wie möglich zu strukturieren. Diese Umbaumaßnahmen hielten sich erstmal in Grenzen. Das zu Hause des Kaninchens ist ein Doppelstall, also zwei Käfige, die nebeneinander stehen. Da diese Kleintierställe alle aus Wannen als Grundlage bestehen, musste der Hase bisher immer über eine Hürde von ca 15 cm springen. Das sollte jetzt ein Ende haben. Die erste Überlegung war eine Rampe, über die er laufen sollte, diese wurde von Ihm aber nicht genutzt. Schlussendlich habe ich die Wanne an den Randseiten einfach auf einer Breite von ca. 30 cm aufgeschnitten und so quasi eine Tür eingebaut, durch die er einfach durchgehen kann. Desweiteren musste nur noch der Boden rutschfest gemacht werden. Die erste Überlegung wurde mit Styropor umgesetzt, welches von den Kaninchen zeitnah zerstört wurde. Letztendlich wurde die Rutschfestigkeit durch Teppichbelag umgesetzt. Konsequenterweise hätte man nun die Toilette noch auf Bodennähe absenken müssen. Das währe aber meiner Meinung nach zu weit gegangen. Also küttelt das Kaninchen jetzt halt einfach auf den Boden.

Desweiteren wurde vom Tierarzt eine verhältnismäßig hohe Dosierung Kortikosterioide verabreicht. Soweit ich noch weis, meine ich es handelte sich um Prednisolon. Da man als Auslöser der Lähmung von einem Unfall ausgehen kann, wurde das Prednisolon direkt in den Oberarm des Kaninchens gespritzt, weil der Tierarzt davon ausging, dass die Lähmung auch durch eine starke Schwellung in diesem Bereich ausgehen könnte. Wenn auf einen Nerv Druck ausgeübt wird, z.B. durch eine Schwellung, kann das eine Lähmung auslösen. Die Kosten für diese Behandlung betrugen 20,00 €.

Da meine Freundin Physiotherapeutin ist, behandelte Sie das Kaninchen außerdem noch mit Physiotherapie. Die Theorie ist eigentlich klar: „Wenn man die gelähmte Pfote durch Durchbewegung oder Massage reizt, könnten die Nerven wieder lernen die entsprechenden Muskeln zu innervieren. Wenn Sie nicht vollständig durchtrennt sind“ Also bekam das Kaninchen von da an 2-3 mal täglich für ca. 15 Minuten Physiotherapie.

Flexion und Extension (passives Durchbewegen, siehe Bild)

Pfote auf weichen Untergrund klopfen (siehe Bild)

Das ganze immer im Wechsel. Kaninchen machen die ganze Prozedur in sitzender Haltung mit ausreichend Rückenhalt eigentlich gut mit.

Die Physiotherapie schlug wunderbar an, und nach ca. 2 Wochen strikter Physiotherapie, läuft Findus wieder auf allen seinen Beinen.

Dieser Bericht soll denen Mut machen die ebenfalls kranke Kaninchen zu Hause haben!

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