Also vorweg, ich war nie unsportlich, adipös, sonderlich unförmig, unbeweglich, sonderlich unbeliebt oder sonst eine Sondererscheinung. Ein sehr großes Manko von mir war nur, dass ich kein Fußball spielen kann.
Es fiel mir damals sogar schwer Fußball überhaupt zu kucken.
Kommt es einer Lehrkraft denn nicht in den Sinn, dass es für ein Kind, bzw. Jugendlichen, welcher in der Pubertät und womöglich noch männlichen Geschlechts ist, unerträglich ist, wenn er beim Fußballspielen im schulischen Sportunterricht mitunter als letzter bzw. mindestens unter den letzten fünf landet?
Ihnen kommt das bekannt vor, oder?
Da Blogs in vielen Fällen von Bloggern gelesen werden und Blogger den Computern nahe stehen, und da Menschen die heutzutage Computern nahe stehen früher in vielen Fällen auch schon Computern nahe standen, und da Menschen die früher Computern nahe standen ihrem Leben draußen weniger Zeit gegönnt haben, waren diese in vielen Fällen auch im Sport eher sonderlich, meistens sogar noch sonderlicher als ich es damals beim Fußballspielen war.
Heutzutage nennt man sowas einen Nerd, habe ich mir sagen lassen.
Nun ja, das Spiel läuft folgendermaßen ab. Es werden zwei Schüler bestimmt, die zwei Teams bilden sollen. Diese beiden fangen jetzt an, einen nach dem anderen aus der Klassengemeinschaft für Ihr Team auszuwählen. Dies läuft chronologisch ab. Zuerst werden die besten Sportler gewählt und dann dreht sich die Spirale abwärts, bis nur noch die letzten Spacken der jeweiligen Sportart übrig bleiben. In vielen Fällen kommt es sogar vor, dass sich um den letzten „Spacken” noch gestritten wird, in welches Team der denn nun soll.
Was genau möchte die Lehrkraft einem Schüler damit auf den Weg geben? Darwin hatte Recht?
Mich trägt Wunder, warum den Lehrkräften die Hilferufe in den Augen der Kinder, also der sportlich unqualifizierten Kinder, nicht auffallen. Mal im Ernst, ich weiß es, die fühlen sich richtig Scheiße.
Meine Taktik bestand darin in die Position des wählenden zu kommen. Zum Einen, damit ich nicht in die Situation kam, als einer der letzten gewählt zu werden und zum Anderen war ich anders beim wählen. Ich habe demonstrativ die sportlichen Flaschen gewählt. Einen nach dem anderen, bis keine mehr da war, und wir haben das Fußballspiel richtig schön verkackt.
Aber die sportliche Mannschaft hatte an diesem Spiel definitiv keinen Spaß.
Jetzt, da ich vom Alter her gereift bin und die Möglichkeit habe mich für mehr Demokratie in Deutschland, aber für weniger Demokratie im Sportuntericht einzusetzen, mache ich das auch.
Hier zum Download erhältlich Flyer um eurem Unmut, oder dem Unmut eurer Kinder kund zu tun. Werft Sie in Scharen von den Dächern der Schul- und Sportgebäude und setzt unsere Forderung durch.
Download Flyer – “Gegen das Wahlrecht im Sportunterricht” Version: 03.02.2009 | 2,06 MB
Ach ja, nur um die reale Situation nochmal zu verdeutlichen. Zu meiner Zeit gab es noch gemischten Sportunterricht. Also Jungen und Mädchen gemeinsam. Es kam teilweise vor, dass einige Mädchen vor Jungen gewählt wurden.
Wird es jetzt verständlich?