Das Jahr ist durch

Gehirnschmalz, Leben

Das Jahr ist durch

No Comments 09 November 2009

Abgesehen von meiner Novemberdepression, um die ich gerne bemitleidet werde, da mich das Mitleid noch weitaus tiefer in diese depressive Gemütlichkeit zieht, gibt es noch weitaus handfestere Indikatoren die uns andeuten, dass jetzt nix mehr kommt.

Kopf

Es ist eine beschissene Verstimmung, wenn es einem so vorkommt als wenn die Zeit rast, man selber aber wie eine Schnecke hinterherschleimt. Das morgendliche Aufstehen wird zu einem Ritual des selbstzerstörerischen Masochismus. Klingeln, Unterdrückentaste betätigen,  5 Minuten schlafen. Klingeln, Unterdrückentaste betätigen,  5 Minuten schlafen. Klingeln, Unterdrückentaste betätigen,  5 Minuten schlafen. Klingeln, Unterdrückentaste betätigen,  5 Minuten schlafen.
Geschrieben hat dies etwas monotones, erlebt bedeutet dies einen immer wieder erlebten Angina Pectoris Anfall. Dann irgendwann, wenn man es geschafft hat sich aus dem warmen Bett zu quälen und mit nackten Füßen gen Badezimmer über den kalten Fußboden tapert, muss man sich das Elend im Spiegel betrachten und innert 10 Minuten aus der Elendsvisage einen Anblick formen, der die innere Stimmung möglichst weit verbirgt. Für wirkliche Pflege bleibt keine Zeit, weil diese bereits für das Weckerspiel draufgegangen ist.
Beim Zähneputzen noch eben in der Hektik des Augenblicks das Zahnfleisch aufschlagen, bevor es raus geht in die diesige, feuchte Kälte, die einem neben der Müdigkeit auch noch das letzte Fünkchen Laune entzieht.

Ja es ist beschissen mitzuerleben, dass die im Sommer romantisierte Natur mal eben so, als sei nichts gewesen, als hätte ihr der Sommer nichts bedeutet ihre Sackseite zeigt. Das ist es nämlich, was einem die Motivation, Kreativität, Laune und sonstigen Triebkräfte raubt. Dieses verdammte Umschlagen von Langnesesommer in Eisbeinwinter. Wäre das nicht der Grund, dann wären die Inuits permanent mies gelaunt, was sie aber nicht sind.

Und selbst wenn man es durch fröhlich machende Drogen, oder durch das Erleiden einer psychischen Erkrankung schaffen sollte, der Endzeitstimmung zu entfliehen, wird man durch sämtliche Medien wieder daran erinnert, indem die immer gleichen Jahresendethemen aus der Redaktionsschublade geholt werden.

Aber diese monotone Themeneinheit schafft doch auch viel Positives neben der Langeweile.
Man muss sich wegen der Schweinegrippe keine Gedanken mehr über Skihelme machen…
Soweit von mir

Homo Sapiens

Gehirnschmalz, Leben

Homo Sapiens

No Comments 23 Juli 2009

Ich sag mal so, verdient habe ich den Ärger der jetzt zwangsläufig auf mich zukommt auf jeden Fall. Da stehe ich nun also, ein Homo Sapiens, die Spitze der Nahrungskette, ein Mensch, die am weitesten entwickelte Lebensform, die auf diesem Erdball zu finden ist und doch lasse ich mich von Kaninchen verarschen, die in ihrer Intelligenz der meinigen weit hinterherhinken sollten. Kleine Tiere, die aussehen wie wuschelige Kuscheltiere tricksen mich Tag für Tag aus. Mit immer neuen Tricks schaffen Sie es ihr sicherlich nicht zu kleines Außengehege zu verlassen. Mal mit Buddeln, mal mit Springen oder auch durch rohe Zerstörung eines Kaninchendrahts.

Ich sollte von vorne anfangen.

Eine Bekannte ist vor etwa zwei Jahren mal umgezogen, und die Vermieterin gestattete ihr nicht ihre Kaninchen mit in die Wohnung zu nehmen. Konservative, piefig spießige Frau und meine Bekannte hatte damals keinen Bock auf Stress, deswegen habe ich mich erbarmt das Kaninchen, also Feli aufzunehmen. Da ich es nicht mit ansehen konnte wie das arme Vieh den ganzen Tag in einem 1m² Käfig vor sich hin vegetiert, habe ich ihm ein Geschirr umgelegt und ihn mit einer Leine an einem Pfahl befestigt den ich in die Erde gesteckt habe. So hatte das Tier im Radius von 2 Metern freie Bewegung und meine Laune stieg. Noch mehr stieg meine Laune, als ich vom Balkon beobachten durfte, wie Feli nach nur zwei Tagen im Garten bereits ein Wildkaninchen als Freund gefunden hat. Und ich habe mich an dem Anblick der herumtollenden Kaninchen erfreut, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass nach dem Tollen das Bxxxxn kommt.

Realisiert was geschehen ist, habe ich dann als Feli sich die Bauchhaare ausrupfte um daraus ein Nest zu schaffen.

Das war auch genau die Zeit, als meine Bekannte erneut umgezogen ist. Diesmal in eine Wohnung mit Vermietern die es nicht die Bohne störte wenn bei ihr Kaninchen mithausen. Aus diesem Grund gab ich ihr die Feli zurück, allerdings ohne sie auf meine zuvor gemachten Beobachtungen und daraus resultierenden Vermutungen aufmerksam zu machen. Es kam dann natürlich wie es kommen musste. Feli gebahr mehrere Kinder, wovon einige innerhalb kurzer Zeit verstarben und einige durchkamen. Durch kam unter anderem Emma, die eigentlich ein Männchen ist aber für ein Weibchen gehalten wurden und bei Feli bleiben sollte.

Man kann noch folgen?

Also Emma und Feli, also Mutter und “Tochter” lebten einige Zeit normal zusammen, bis Feli wieder anfing sich die Bauchhaare auszureißen um ein Nest zu bauen. Da stellte sich also heraus, dass Emma ein Männchen war und mit Inzest ebenso wenig ein Problem hat, wie der Papst mit Holocaustleugnern. Die Kaninchenbabys wurden kann geboren, und eines davon nennen wir im Weiteren „Little Asshole“. Little Asshole ist das niedlichste der kleinen Kaninchen, denn es besticht durch ein hängendes nebst einem stehenden Ohr. So wuchs es schnell in das Herz meiner Bekannten und ist immer noch das Lieblingskaninchen.

Herauskristallisieren sollte sich an dieser Stelle, dass eine Paarung zwischen Haus- und Wildkaninchen für den Besitzer dieser Tiere Stress bedeutet.

Da meine Bekannte jetzt für ein paar Wochen nicht zu Hause ist, übernehme ich im Moment die Urlaubsvertretung und habe die Kaninchen bei mir aufgenommen. Mein Garten sieht jetzt aus wie ein blöder Streichelzoo, aber das ist nicht das Problem. Mein Problem ist größer.

Das Problem ist: „Little Asshole ist flüchtig und hat sich nach Zeugenaussagen von einem Wildkaninchen bxxxxn lassen.“

Fruchtige Gefahr

Gehirnschmalz, Leben

Fruchtige Gefahr

1 Comment 08 Juli 2009

Ich habe ein Problem, ich liebe es fruchtig.
Begonnen hat im Grunde alles damit, dass der Penny Markt sogenannte Fruchtsmoothies verkaufte. Das ist püriertes Obst in einem Becher. Ganz ohne Konservierungsstoffe oder sonstigen Zusätzen. Also im Grunde einfach nur Früchte die püriert sind. Nunja, und eben nach diesem Zeug bin ich abhängig geworden.

Als ich noch auf Bechersmoothies war, schien mir die Sache nicht einmal gefährlich. Alles war so angenehm leicht und lecker. Probleme schienen meilenweit entfernt, oder überhaupt nicht sichtbar. Warnende Worte habe ich überhaupt nicht wahrgenommen. Ich habe sie einfach ignoriert oder für lächerliche Platitüden gehalten. Abgedroschenes Gewäsch von Anstandsmenschen.„Mensch Junge, jetzt hör doch mal auf dir dieses Zeug permanent einzuflößen! Was willst du dir damit denn beweisen?“

Irgendwann haben mir dann die vorgefertigten Bechersmoothies nicht mehr gereicht. Ich bin ihrer überdrüssig geworden. Brauchte immer mehr davon. Jeden Tag eine Steigerung, wobei die erquickende, frische Wirkung bald überhaupt nicht mehr spürbar war. Ich brauchte das Zeug im Grunde genommen bloß noch um nach außen hin ein Bild eines gesunden Menschen abzuzeichnen. Um nicht aufzufallen. Nicht rauszufallen aus dem anständigen, bis zur Perfektion hochstilisierten Anstandskreis. Was für eine kranke Welt. Fruchtige Bechersmoothies füllten eine Lücke, die ohne sie gar nicht vorhanden wäre. Aber, wie sollte ich das seinerzeit merken? Viel zu sehr war ich damit beschäftigt mir immer neue Smoothiesorten zu kaufen. Immer in der Hoffnung die Wirkung der ersten Smoothies würde zurückkehren. Eine Chimäre. Den perfekten Smoothie gab es nie. Jede weitere Smoothiesorte zieht einen bloß noch tiefer in die Abhängigkeit. Auf der Suche nach Freiheit und Erquickung erlangt man Gefangenschaft.

Dann irgendwann in einem schwachen Moment, muss ich zum ersten mal an einen Pürierstab gedacht haben. In der Szene nennt man ihn auch gerne den Zauberstab, denn er vollbringt tatsächlich wahre Fruchtwunder. Der Zauberstab ist ein länglicher Mixstab, der es fertig bringt Früchte aller Art durch ein rotierendes Messer am Kopf auf trinkbare Konsistenz zu bringen. Wie krank muss man sein, um sich darauf einzulassen? Die Gefahr so allgegenwärtig vor Augen? Nun, ich war es! Ich brauchte den nächsten Schritt. Kannte das Risiko und war bereit. Erst mit dieser Methode war es möglich den Frischegrad erheblich zu erhöhen, was direkte Auswirkungen auf den Vitamingehalt der Smoothies hatte. Ich kann mich noch erinnern wie ich innerlich zitterte, als ich zum ersten mal eine Banane aus Mittelamerika zusammen mit deutschen Erdbeeren, ein paar französichen Weintrauben und einem Apfel pürierte. Damals aus Furcht vor dem hohen Vitamingehalt noch mit Milch gestreckt . Es floss brennend wie Lava meine Speiseröhre hinunter. Ein Gefühl welches bis heute unerreicht blieb. In diesem Moment wurde ich von erquickender Wachheit gepackt und war leistungsfähig wie nie zuvor nie meinem Leben. Doch ich erinnere mich auch, dass ich schon damals die Gefahr im Nacken spürte. Wo soll das hinführen? Was ist im Winter, wenn Obst teuer oder gar nicht vorhanden ist?

Aber so schnell wie dieser Gedanke kam, so schnell war er wieder verweht. Ab dann ging alles rasend schnell. Ohne Gewissenbisse mixte ich Bananen aus Mittelamerika, Him- und Brombeeren aus den Gärten von Alicante. Erdbeeren aus Deutschland und dem mallorcinischen Alcudia. Kiwis aus Neuseeland, Pampelmusen, Zitronen und Limetten. Blaubeeren, rote und weiße Weintrauben und Grapefruits. Bald auch exotischeres wie Kokosnüsse und Rosenwasser. Die Spirale nahm und nimmt auch heute noch kein Ende, denn ich bin weiterhin voll drauf. Inzwischen besitze ich zwei Zauberstäbe und immer neue Kombinationsideen für Früchte in meinem Kopf. Als ich bei meiner letzten Urlaubsreise in einem Supermarkt eine Pressmaschine für Orangen entdeckte, die beinahe den letzen Tropfen Saft aus ihr presste, schlug mein Herz so aufgeregt, dass mir klar wurde, dass ich vermutlich für immer und ewig verdammt sein werde wie wild Früchte zu pürieren um sie mir anschließen hemmungslos einzuverleiben. Ich war, bin und bleibe abhängig. Think about it!

Dieser Text, soll eine Warnung sein, an alle die planen sich eine Zauberstab zuzulegen.
Der Preis ist die Altersarmut

Was müssen das für Menschen sein

Gehirnschmalz, Leben

Was müssen das für Menschen sein

No Comments 11 Juni 2009

…denen es leicht fällt Scheitelpunkte einer quadratischen Funktion zu errechnen, dabei aber selbst den Scheitel auf dem Kopf vergessen, geschweige denn ihn im Spiegel zu richten. Die voll darin aufgehen, wenn sie mit diversen Algorithmen komplexe mathematische Probleme lösen und sich danach auf die Schulter klopfen und denken sie hätten etwas reelles geleistet, anstatt dem Rhythmus zu lauschen um zu entspannen oder bei Rhythmus und Getränk mal ordentlich einen drauf zu machen. Es sind wahre Genies die es vorziehen Graphen in Koordinatensysteme zu zeichnen anstatt den VHS-Kurs im Bodypainting zu besuchen um spannenderes Zeichnen zu erlernen. Ich finde es wirklich toll, wenn Menschen in quadratischen Gleichungen sofort die dazugehörige Parabel vorm bildlichen Auge sehen, sie aber in Filmen nicht erkennen wenn sie einem ins Auge springt.

Ne, mal im Ernst. Bei Mathematik verstehe ich wirklich keinen Spaß mehr. Da hört es bei mir auf. Meiner Meinung nach gehört ein Zusatzartikel zum Schutz vor höherer Mathematik in das Grundgesetz. Es gibt einfach Menschen, die Mathematik nicht können. Die sie verabscheuen, sie hassen. Hasstiraden ausspeien sobald man zu einem mathematischen Thema befragt wird. Das ist keiner dieser Fälle wo man das Interesse an dem Fach anlernen kann, oder wo die Lehrperson höheren Einfluss auf das Interesse des Studierenden hat. Nein, es muss meiner Meinung nach einfach akzeptiert werden, dass das zwanghafte Erlernen von Mathematik bei gewissen Menschen Risse im Grundbau hinterlässt. Ich spreche hier von tiefen Wunden die wichtige Areale in der menschlichen Psyche in der Art verletzt haben, dass sie Auswirkungen auf die allgemeine  Grundzufriedenheit haben.

Spezifische Hochschulberechtigung
Ich sehe durchaus ein, dass Kopfrechnen, leichte Prozentrechnung und die Grundzüge der Geometrie im täglichen Leben hilfreich sein können, und bin auch der Meinung, dass dieses in der Schullaufbahn bis zur Fachoberschulreife gelehrt werden sollte. Dies allerdings in einem Rahmen, den man als Realitätsnah bezeichnen kann. Also leichte Mathematik, die einem bei Alltagsproblemen helfen kann. Darunter fallen alle Rechenarten, die man im Kopf leicht behalten kann um sie so in der Praxis effektiv verwenden zu können.
Danach stelle ich mir anstatt des Abiturs als allgemeine Hochschulberechtigung eine spezifische Hochschulberechtigung vor, die speziell auf bestimmte Kategorien von Studiengängen vorbereitet. So haben angehende Philosophie Studenten keinerlei Mathematik (außer auf Wunsch) in ihrer Hochschulvorbereitung und angehende Studenten im IT Bereich erlernen keine Gedichtinterpretation. Denn beide benötigen es nicht.
Durch diese Regelung fällt bei der Abschlussnote auch nur die Studienfachspezifische Leistung ins Gewicht und nicht wie bisher auch Fächer die mit dem eigentlichen Studiengang rein gar nichts zu tun haben.

Naja, bis es soweit ist, widme ich mich der quadratischen Ergänzung.
Bis dahin!

Man sollte viel öfter mal krank sein

Gehirnschmalz, Leben

Man sollte viel öfter mal krank sein

No Comments 07 März 2009

Mein rechtes Ohr ist absolut gehörlos. Nein, das wäre vermutlich etwas übertrieben, aber mein Hörvermögen ist doch stark vermindert. Nein, auch das wäre noch übertrieben. Es ist eher ein Gefühl, als hätte ich ein Watteknäuel in meinem rechten Ohr. Dies ist im Moment das Hauptproblem in meinem Leben. Mein Gott, was geht es mir gut.

Allerdings geht mir dieses permanente Gefühl des “ein Watteknäuel im Ohr habens” dermaßen auf den Senkel, dass ich erst dadurch zu schätzen lerne, wie froh ich doch sein kann, dass meine beiden Ohren normalerweise gut funktionieren.
Sollte mein linkes Ohr nun auch noch ausfallen, bzw. dort ein Gefühl des “ein Watteknäuel im Ohr habens” auftauchen, dann wäre das die gerechte Strafe dafür, dass meine einzige Sorge ist, dass ich ein Problem mit meinem rechten Ohr habe.

Dann bin ich jetzt mal lieber froh und dankbar, dass mein linkes Ohr intakt ist. Bis demnächst also.

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Was bedeutet ein Berg voller Gold,
wenn Dein Nachbar zwei davon hat.
— Tse Tang

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