Essen, Gehirnschmalz, Leben

Ab jetzt keine Tiere mehr

8 Comments 09 August 2008

Ich konnte es eigentlich nie so richtig verstehen, wie die Menschen damals beim Anblick einer Kuh auf die Idee kamen, dass diese vermutlich recht lecker schmeckt. Vor allem wenn man bedenkt, dass Fleisch damals roh verzehrt wurde.

Letzten Samstag habe ich mein letztes Stück Tier gegessen. Es war bei einem Geburtstag, und es wurde gegrillt. Sah wirklich gut aus, als das Steak auf den Grill gelegt wurde und die Fetttropfen angefangen haben zu tanzen. Wie dem auch sei, am Tag drauf habe ich aus mir bisher noch unbekannten Gründen beschlossen kein Fleisch mehr zu essen. Ich bin eine Mischung aus mitleidigem Überzeugungstäter und die eigenen Grenzen Austester.

Aus Mitleid mit unseren fellbehangenen Mitbewohnern

Ist ja auch tatsächlich eine wirklich fiese Masche von uns. Wir alle bewohnen den selben Erdball, und nur weil sich herausgestellt hat, dass wir keine natürlichen Feinde mehr haben verputzen wir einfach alles was in der Hackordnung unter uns steht. Da derzeit noch alles unter uns angesiedelt ist, essen wir tatsächlich beinahe alles was lebt. Dieses Spielchen mache ich nicht mehr mit.

Vielleicht essen wir sowieso nur noch Fleisch als Beweis unserer Macht gegenüber den anderen Tieren, denn geschmacklich ist ungewürztes Fleisch wirklich keine große Gaumenfreude. Wenn Sie das nicht glauben, bestellen Sie sich doch mal bei einer großen Burgerkette einen Hamburger und essen nur das Fleisch.

Das schmeckt nicht.

Ich bin mir meiner Macht gegenüber meinen tierischen Mitbewohnern durchaus bewusst, und habe mich entschieden Sie deshalb nicht mehr zu essen. Mit tierischen Mitbewohnern meine ich alle Tiere aus denen Fleisch oder Fisch hergestellt wird. Der Fisch wird mir sicherlich die wenigsten Probleme machen, weil ich finde, dass ein Fisch einfach nur widerlich schmeckt.

Ich habe mir früher bereits des Öfteren diese himmlischen Lehrvideos und Reportagen über Fleischproduktion und Schlachthöfe angesehen. Es ist doch merkwürdig wie es einen ekelt bei den Bildern die der Fernseher auswirft, aber wie schnell diese Bilder wieder in den Hintergrund rücken wenn die Mittagsglocke läutet. Mit ein Grund warum die großen Burgerketten wie MCD oder BK so stetig hohe Umsätze fahren ist, dass deren Fleisch immer möglichst wenig nach toten Tieren aussieht. Das ist ein beweisbarer Fakt.

Ich möchte jetzt diese Reportagen und Bilder der toten Tiere mehr vor meine geistige Mattscheibe holen, und aus Mitleid auf dem Verzehr von Fleisch verzichten.

Das Austesten der eigenen Grenzen

Durch mein erfolgreiches Beiseitelegen der Zigaretten habe ich vermutlich Blut geleckt meine eigenen Grenzen auszutesten. Da ich ja der Überzeugung bin, dass wir alle bloß Junkies sind und jedes Aufhören ein kleiner bis großer Drogenentzug ist, teste ich mal aus wie süchtig ich denn tatsächlich bin. Wenn meine Theorie stimmt, dann mache ich die ersten Wochen, (evtl. Monate) einen Entzug durch, welcher aber ab einem bestimmten Zeitpunkt durchbrochen ist. Wenn ich also in einem Jahr immer noch kein Fleisch gegessen habe, dann kann ich mich mit jedem Tier auf der Welt anfreunden ohne Angst zu haben mich irgendwann für seinen Tod mitverantwortlich zu fühlen, wenn auf dem Grill wieder die Fetttröpfchen des Nackensteaks Salsa tanzen.

Natürlich bin ich mir bewusst darüber, dass ich mir jetzt Alternativen schaffen muss. Ich wusste vorher schon nie was ich kochen und dann essen soll, was jetzt natürlich noch erheblich schwieriger wird.

Was ich nicht möchte

Ich habe wirklich keinerlei Interesse daran Leuten mit meinem „nicht-Fleisch-essen” gehörig auf den Sack zu gehen. Ich werde also kein militanter Beschützer der Fellbehangenen, der Leuten vor McDonalds auflauert um Ihnen die Burger aus der Hand zu schlagen.

Fürs Erste trage ich auch weiter Lederwaren, (also kein Fetisch, sondern Schuhe und Gürtel…) und esse den Hühnern die Eier weg. Wobei ich bei den Eiern strikt darauf achte BIO Eier zu kaufen, oder zumindest Freilandhaltung. Denn diese Käfighaltung ist wirklich eine verachtenswerte Sauerei.

Der Anreiz

Hier ein schöner Anreiz für all diejenigen, die ebenfalls Interesse daran haben Kühen ohne ein schlechtes Gewissen in die Augen zu sehen. Sozusagen als Motivationsspritze. Dieses Video ist eine Doku der PETA.

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schwachnajamittelgutgrandios (bisher unbewertet)
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Kommentare

8 Kommentare bisher

  1. Torsten sagt:

    Feine Sache und Glückwunsch zu Deiner Entscheidung! Ich bin leider nur Sympathie-Vegetarier, aber irgendwann, ja irgendwann, da schaff ich’s auch! ;-)

  2. Tobias sagt:

    Danke Torsten. Ist aber wenn man ein bisschen aufmerksam ist wirklich keine herausragende Leistung. Bisher zumindest nicht. Mit dem Rauchen aufzuhören ist schwerer.

  3. Torsten sagt:

    Ich glaube, ersteres fiele mir auch leichter. Ich versuch letzteres gerade mit Allen Carr, hab mir heute zum ersten Mal (liegt schon lange rum) das Hörbuch angehört. Bisher rauche ich allerdings noch, mal sehen wie es morgen aussieht… ;-)

    (Andere Frage in Sachen Blog: Gibt’s ‘ne Möglichkeit, bei zukünftigen Antworten per Mail informiert zu werden? Ich vergesse so oft, wo ich meinen Senf abgab … ;) )

  4. Tobias sagt:

    Ich denke Allen Carr ist ein guter Weg. Wenn das nix hilt, dann zahl um die 200€ für nen Kurs und rauch nicht mehr, damit das Geld nicht verschenkt war. Das ist es wert.

    Schöne Idee mit der Info. Ich habe jetzt mal subscribe to comments installiert. Hatte allerdings in früheren Zeiten bei einigen Projekten Probs damit. Aber mal schauen wenn es stabil läuft, dann bleibt es.

  5. Torsten sagt:

    Danke, da bin ich jetzt immer auf dem laufenden! ;-) Wo wir gerade bei WP sind: Sag mal, kennst Du Dich gut mit PHP aus? Ich versuche (relativ) erfolglos, die Sidebar auch auf der single.php und page.php einzubinden, wie gesagt: leider relativ erfolglos.

  6. Tobias sagt:

    Ja, aber das ist hier die falsche Plattform dafür. Ich schreibe dir eine Email

  7. nancy sagt:

    Gute Entescheidung! Glückwunsch. Ohne Fleisch fühlt sich man sogar besser.

  8. Tobias sagt:

    Ja, da stimme ich dir zu. Das Nachdenken darüber wie man sich ernährt, fördert außerdem das Nachdenken im Allgemeinen


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