Medizin

Mund-zu-Mund Beatmung | Ekelig!

2 Comments 01 Mai 2008

Wenn es einmal für Sie vorkommen wird, dass Sie als erster bei einen Herzkreislaufstillstand vor Ort sind, ist die korrekte Erste Hilfe Maßnahme für Sie, die Mund zu Mund Beatmung. Das hat man vielleicht schon mal gehört. Aber hat man Ihnen in Ihrem Erste-Hilfe Kurs auch gesagt, dass diese Maßnahme mitunter wirklich ekelig sein kann. Wenn man mal ganz ehrlich in sich hereinschaut, dann weiß man das auch. In vielen Fällen, sogar ca. 80%, werden wir denjenigen, dem wir Erste-Hilfe leisten auch kennen. Dann ist diese „Ekelbarriere“ vielleicht etwas weniger markant vorhanden. Aber es gibt ja auch noch die 20 Prozent, wo wir den Menschen, der neben uns kollabiert nicht kennen. Ein Fremder! Der könnte doch sonstwas für Krankheiten haben! Cholera oder HIV, oder sogar die Pest!! Also was tun? Schnell umdrehen und so tun als hätte man nichts gesehen? Bei Menschen, die ein sogenanntes Gewissen in Ihrem Körper haben, wird dann die Nacht aber unruhig. Einschlafprobleme durch Gewissensbisse könnten noch das geringste Problem sein. Deswegen möchte ich hier Wege vorstellen wie man diese „Barriere“ überbrücken kann.

Erstmal sollten wir klar machen, wovor wir uns überhaupt ekeln bei der Mund zu Mund Beatmung.

Der Faktor Körperflüssigkeiten. Notfallsituationen wie ein Herz-Kreislaufstillstand hat in vielen Fällen mit dem Austritt von Körperflüssigkeiten zu tun. Bei einem Herz-Kreislaufstillstand aus internen Ursachen, wird dieses in den allermeisten Fällen Erbrochenes sein. In einigen Fällen auch Blut, wie bei chirurgischen Ursachen (Verkehrsunfälle, Traumen, etc…) aber in einigen Fällen auch bei internistischen Ursachen, wie z.B. bei rupturierten Ösophagusvarizen.

Der Geruchsfaktor. Dieser Faktor ist natürlich nicht unbedingt an bestimmte Notfallsituationen geknüpft. Einige Erkrankungen können aber auch bestimmte Gerüche auslösen, die von einigen Personen evtl. auch als ekelig empfunden werden, wie z.b. der Acetongeruch beim diabetischen Coma. Ein Tragisches Beispiel gibt es beim Haarspalter

Der Aussehenfaktor. Man kann es sich schon vorstellen, dass Notfallpatienten nicht unbedingt immer adrett oder gestylt und gepflegt aussehen. Durch den Sauerstoffmangel wir die Haut grau-bläulich. Vielleicht sind die Augen starr und der Mund ist geöffnet. Halt nicht unbedingt ein einladender Anblick.

Nichtsdestotrotz ist die Herz-Lungenwiederbelebung durchzuführen und die Herz-Lungenwiederbelebung ist laut den Guidelines des ERC (European Resuscitation Council) eine Herzdruckmassage 30x in Kombination mit zwei Beatmungen. Also vorweg, wenn Sie keinen Weg sehen, die Beatmungen durchzuführen, da Sie Ihre Ekelbarriere nicht überwinden können: „Ist die Herzdruckmassage durchgehend anzuwenden“ Sie drücken den Brustkorb mit Ihren Handballen also mit einer Frequenz von 100/min solange zusammen, bis der Patient wieder atmet (eher unwahrscheinlich), er sich bewegt (ebenso unwahrscheinlich) oder der Rettungsdienst eintrifft und Ihre Maßnahme fortführt (schon wahrscheinlicher).

Aber es gibt viele Wege seine Ekelbarriere zu überwinden.

Weg 1 | ein Tuch. Man nimmt ein Dreiecktuch, oder seinen Pullover wischt Reste des erbrochenen damit ab und legt es dicht über den Mund. Ruhig in mehreren Lagen und beatmet den Patienten darüber. Das ist sehr gut möglich, es empfiehlt sich aber diese Maßnahme vorher etwas zu üben. Am besten unter Anleitung in Erste-Hilfe Kursen.

Weg2 | Lifekey-Beatmungsfolie. In Apotheken und Sanitätshäusern ist eine Beatmungsfolie erhältlich, die praktischerweise am Schlüsselanhänger mitgeführt werden kann. Diese ist mit einem Filter versehen. Auch hierbei empfiehlt sich das Training in einem Erste-Hilfe Kurs.

Weg3 | Beatmungsmaske. Eher für den Verbandskasten oder für das Handschuhfach ist diese Beatmungshilfe konzipiert. Die Beatmungsmaske ist aufgrund Ihrer Größe eher unhandlich um Sie permanent mit sich herumzutragen. Die Beatmung hierüber ist auf jeden Fall vorher zu trainieren. Die Anwendung ist nicht schwierig, aber Sie muss einem erklärt werden.

So haben wir Gründe kennengelernt die uns an einer Mund-zu-Mund Beatmung hindern, aber auch drei attraktive Möglichkeiten wie wir die Ekelbarriere überwinden können.

Ich selbst habe auch noch nie eine Mund-zu-Mund Beatmung durchführen müssen, aber ich habe mir Gedanken gemacht was ich tue, wenn ich mal in solch eine Situation gerate. Das empfehle ich grundsätzlich jedem Leser dieses Artikels.

Meine Lösung ist der Lifekey, den ich am Schlüsselbund bei mir trage und als Alternative ein Stück Stoff, wie mein T-Shirt oder Pullover.

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schwachnajamittelgutgrandios (bisher unbewertet)
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Kommentare

2 Kommentare bisher

  1. Nach den neusten Erkenntnissen ist die CPR / HLW weitaus effektiver, wenn sie ohne Beatmung, zumindest bei Erwachsenen durchgeführt wird. Bei Kindern, und vor allem Säuglingen, ist das wieder etwas anderes. Aber da ist der Eckelfaktor wahrscheinlich auch nicht so hoch.

  2. Tobias sagt:

    Ja, das stimmt. Was vermutlich aber auch daran liegt, dass dann überhaupt etwas gemacht wird. Im Gegenzug ist es aber in der heutigen Lehrmeinung inzwischen etabliert, dass man Kursteilnehmern die Möglichkeit der reinen Kompression offeriert, sobald eine Ekelbarriere da ist!


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