Jetzt ist es 38 Tage her, dass ich eine Zigarette geraucht habe und es sollte eine kleine Zwischenbilanz gezogen werden.
Wie ich in meinem Beitrag: Nichtrauchen mit Klopftechnik ja schrieb, besuchte ich vor 38 Tagen ein Nichtraucherseminar bei Volker Kuhlhüser im Theaterpädagogischen Zentrum in Münster. Das Seminar hatte den Namen: „Glücklicher Nichtraucher“.
Bisher kann ich sagen, dass der Kursname nicht vollkommen aus der Luft gegriffen scheint, denn bisher bin ich tatsächlich ein glücklicher Nichtraucher.
Ganz wichtig zu erwähnen: „Ich bin jetzt nicht glücklicher als vorher“. Das war aber auch nicht mein Ziel, da ich auch als Raucher glücklich und zufrieden war, und das Rauchen aufhören wollte, weil ich Angst hatte, dass ich an Krebs erkranke. Wer schon mal mit an Krebs erkrankten Menschen zu tun hatte und vielleicht sogar miterlebt hat wie Menschen an Krebs sterben der kann das nachempfinden. Für jemanden, dem dieses Thema fern ist, ist Krebs nicht unbedingt ein bedrohliches Thema, weil er sich kein Bild davon machen kann.
Ich hatte bereits oft genug mit krebserkrankten Menschen zu tun, hatte die Möglichkeit mit Ihnen zu sprechen. Eine Patientin habe ich pflegerisch auf Ihrem letzen Weg zu Hause betreut. Sogenannte Nachtwachen als Zubrot zum eigentlichen Job. Die Nacht habe ich auf einem unbequemen Sofa im Zimmer der Patientin verbracht, und wenn nachts was anfiel (meistens Schleim absaugen oder Hilfe beim Toilettengang) wurde das erledigt.
Die Patientin war aber ein Einzelfall für mich, meistens hat es nur für einen kurzen Plausch auf dem Weg ins Krankenhaus gereicht, manchmal war aber aufgrund eines Tracheostomas kein adäquates Gespräch möglich. Genau das hat mir am meisten Angst gemacht. Das mir aufgrund eines Tumors mein Kehlkopf entfernt werden muss.
Aber auch wenn ich nicht unbedingt glücklicher bin als vorher, so habe ich zumindest weniger Angst als vorher, und ganz wichtig: „ich bin stolz auf mich!“ Versuche mit dem Rauchen aufzuhören hatte ich genug unternommen, und alle hielten höchstens 3 Tage an. So finde ich, dass ich nach 38 Tagen auch das Recht habe stolz zu sein.
Der Weg bisher
Wenn ich so zurückblicke muss ich mir ehrlich eingestehen, dass das Aufhören wirklich einfach ist. Man hat keine starken körperlichen Entzugserscheinungen wie Schmerz oder Krämpfe. Die wirklichen Schwierigkeiten hatte ich in den ersten 3-4 Tagen. Das war die Zeit, in der die psychische Abhängigkeit sich stark bemerkbar machte. Teilweise ging das Verlangen auf einer Suchtskala von 1-10 bis zur Spitze hoch, also bis auf 10. Das habe ich aber durch die Klopftechnik gut in den Griff bekommen. 
Seitdem meldet sich das „Rauchmonster“ nur noch gelegentlich. Aber wenn es kommt, dann kommt es listig reingeschneit. Es erzählt dir Sachen wie „Na komm, eine kannst du ruhig rauchen.“ Oder „Hey Tobi! Lust auf ne Zigarette? Kannst ja nur mal ziehen, musst du ja nicht ganz rauchen!“. Also schon raffiniert. Aber raffiniert bedeutet nicht gleich stark.
Das Rauchmonster ist bisher vergleichbar mit einem kleinen nervigen Kind. Wenn man es ein bisschen länger ignoriert, dann langweilt es sich und spielt woanders!


Hi Tobi,
ich habe den Kurs auch gemacht und stimme dir voll zu.
Sehr gut gefällt mir dein Vergleich mit dem nervigen Kind und auch die Zeichnung dazu – eine Augenweide, so gelungen, so zutreffend.
Marian
Hallo Marian,
dann wünsche ich dir auch weiterhin das Durchhaltevermögen. Ich habe jetzt stolze 149 Tage, und es ist sehr sehr sehr sehr selten, dass das “Rauchermonster” mal wieder vorbeischaut.