“Was ist denn linke Gewalt? Linke Gewalt ist, wenn man Steine schmeißt, auf Glatzendemos, die ‘Juden raus’ rufen und von Polizisten geschützt werden. Das ist linke Gewalt.
Linke Gewalt ist, wenn man einen Porsche anzündet, am 1. Mai, oder dem Juwelier die Scheiben einschmeißt auf der Attac-Demo.
Aber die Linken schmeißen keine Asylantenkinder aus der S-Bahn. Das ist ein qualitativer Unterschied. Aber damit haben wir in Deutschland ein massives Mentalitätsproblem. Weil nämlich Eigentumsdelikte viel härter geahndet werden als Personendelikte. Und da wird die Linke immer gegen die Rechte ausgespielt.
Wußten sie zum Beispiel, dass wenn man einen Polizisten schlägt, für zwei Jahre in den Knast kommen kann, wenn man aber ein Polizeiauto demoliert, für fünf Jahre?
Hagen Rether
Entschuldigung, was haben sie denn da unter ihrer Jacke?
Ich? Nichts, nichts…
Bleiben Sie doch mal bitte kurz stehen und machen Sie ihre Jacke auf. Ich möchte gerne eine Personenkontrolle bei ihnen durchführen.
Ich habe es etwas eilig, deshalb möchte ich sie bitten, dass sie vielleicht einfach jemand anderes körperkontrollieren? Vielleicht dieser Herr hier, der wirkt doch schon aufgrund seines Schnäuzers arg verdächtig…
Nein, Nein, Sie bleiben jetzt hier und ich kontrolliere sie.
Pah Bittesehr! Wenn der Herr Oberjustizvollzugsbeamte meinen, er müsse seine Minderwertigkeitskomplexe hier an anständigen Bürgern auslassen, indem er sie schikaniert… Bittesehr, kontrollieren sie mich ruhig.
Mach ich auch. Sie müssen nicht meinen, dass ich mich von jemanden wie Ihnen provozieren lasse. Ich mach hier nur meinen Job, Freundchen. Machen sie doch mal ihre Jacke auf, das sieht ja aus, als wäre ein Tier darunter.
Nein an meine Jacke lasse ich sie nicht!
Wie Bitte?
Nunja, es handelt sich bei meiner Jacke um eine Kaschmirjacke, deren Qualität sie als einfacher Staatsbediensteter sicherlich nicht zu erkennen vermögen. Wie denn auch, bei ihrem…
Sie öffnen jetzt sofort ihre Jacke, oder ich werde sachgerichtete körperliche Gewalt anwenden müssen.
Vielleicht kontrollieren sie einfach nur meine Beine, und ich werde diese Prozedur als Zeichen meines guten Willens über mich ergehen lassen, ohne dass ich ihren Vorgesetzen über ihr grenzdebiles Verhalten informiere.
OK mein Freund Hände hoch [zieht seine Pistole]
Wen wollen sie mit ihrem Peng Peng Pistole beeindrucken? Ihren ebenso debilen Sohn, oder ihre Frau, die Stimmen aus der Steckdose wahrnimmt?
Letzte Warnung, wenn sie nicht sofort ihre Jacke öffnen, schieße ich ihnen zuerst ihren Hoden weg, und danach schieße ich ihren Kopf… [Es entsteht Panik in der Wartehalle]
HALT! Warten Sie. Sie haben gewonnen, stecken sie ihre Pistole weg, und ich werde meine Jacke öffnen.
Nein, wissen sie was, ich glaube ihnen, dass unter ihrer Jacke nichts versteckt ist. Gute Reise Herr Krappmann.
Danke Herr Wachtmeister, grüßen Sie ihre Frau ganz lieb von mir. Und ihnen ein schönes Wochenende
Danke
Auf Wiedersehen
Jau, Tschüss…
Haben Sie ihr Referat dabei, sodass sie unseren Geist durch einen erörternden Kurzvortrag erhellen können?
Aber natürlich, soll ich jetzt schon beginnen?
Ja, ich hätte bloß noch die Bitte, dass sie an ihr 15 Minuten Zeitlimit denken.
Wie meinen?
Bitte überschreiten sie einfach nicht ihr Zeitlimit von 15 Minuten, und alles ist gut.
Worauf zielt denn diese arrogante Randbemerkung ab?
Auf nichts. Es ist nur einfach so, dass wir in dieser Kursform mit wenig Unterrichtszeit ausgestattet worden sind, sodass sie ihr Referat nicht wieder überziehen sollten!
Ach, da haben wir es ja endlich. Sie reagieren so degoutant auf mich, weil ich…
Was maßen sie sich eigentlich an? Beginnen sie nun endlich ihr Referat, ohne hier einen vom Stapel zu brechen.
Ganz in Ruhe jetzt. Ich möchte hier ganz bestimmt keinen vom Stapel brechen, es ist nur einfach so, dass mich ihre eingehende Randbemerkung verunsicherte.
Können sie nun beginnen? Dieses Gespräch hat schon wieder viel zu viel Zeit gekostet.
Einszweidrei, im Sauseschritt, läuft die Zeit , wir laufen mit!
Mir reicht es jetzt. Anstatt hier wild Wilhelm Busch zu zitieren, hätten sie lieber ihre Chance auf ihr Referat nutzen…
NEIN! Warten sie, ich bin ja willens. Es ist nur so, dass ich… Ähämm, Hust. [Blickt nach unten]
Oh Gott, zögern sie die Zeit etwa heraus, weil sie eine Spontanerektion haben?
Ja, mussten sie das jetzt so laut fragen?
Na gut, dann beginnt jetzt Claudia mit ihrem Referat über die paternalistischen Strukturen im aktuellem Chauvinismus, und wenn Lukas seine Spontanerektion im Griff hat, geht es mit ihm weiter.
Ich war müde und hungrig. Das ist bei mir nunmal eine Kombination die auf die Laune schlägt. Wenn ich hungrig bin, dann bin ich auch verstimmt und lasse mich leichter provozieren.
Dienstag morgen, 08:00Uhr. Dunkelheit, Nieselregen und Temperaturen um die 5 °Celsius.
Ich fahre müde mit meiner Simson Schwalbe von der Nachtschicht nach Hause. Die Handschuhe sind vom Nieselregen durchgeweicht, ebenso die Oberseite meiner Jeanshose.
Ich friere und will einfach nur noch nach Hause. Aufs Sofa, unter meine Wolldecke.
Die Scheinwerfer der entgegenkommenden Autos blenden mich. Verstärkt wird dies noch durch die kalten Regentropfen, die am Visier kleben. Sie reflektieren das Licht.
Alles in allem möchte ich sagen, dass das einfach nicht mein Tag war. Keiner fährt gerne durch Regen. Man sieht schlecht, friert und Windböen drücken einen von den Seiten auf die Straße, oder von ihr ab. Überholende LKW rasen ohne Rücksicht an einem vorbei, wobei man jedesmal vom Fahrtwind gepackt wird, der einen für eine Sekunde im Griff hat.
Man sieht auch verdammt wenig! Nicht nur, dass man von entgegenkommenden Autos geblendet wird, was ja wie gesagt durch die kalten Regentropfen, die am Visier kleben noch verstärkt wird, sondern meine Scheinwerfer an der Schwalbe sind auch noch äußerst leistungsschwach. Also kann ich vielleicht 20 Meter ins Vorne sehen.
Nach 20 Minuten regnerischer Überlandsfahrt kam ich dann in meiner Stadt an.
Ich fuhr so eine Straße entlang, an der bewusst Engstellen geschaffen wurden, wo immer nur ein Fahrzeug durchpasst. Die machen das um die Geschwindigkeit aus dem fließenden Verkehr zu nehmen. Diese Engstellen sind dann durch Schilder so geregelt, dass immer eine Fahrtrichtung Vorrang hat, und die andere so lange warten muss bis das letzte Fahrzeug durch ist.
Ich fuhr also auf so eine Engstelle zu, an der ich Vorfahrt hatte.
Von vorne kam ein Golf4 mit einem jungen Fahrer, der eine arrogante Baseballkappe trug.
Ich war mir schlagartig sicher, dass er diese Kappe nicht trug weil er Baseballfan war, sondern weil er mich ärgern wollte.
Aufgrund meiner schwachen Scheinwerfer ordnete ich mich schön mittig auf der Straße ein, damit er sehen konnte, dass ich da bin und, dass ich durch die Engstelle fahren möchte.
Ich war mir sicher, dass er mich gesehen hat. Trotzdem fuhr er schneller und fuhr auch mittiger auf der Straße, als hätte er irgendein Sonderrecht, trotz meiner Vorfahrt zuerst durch die Engstelle zu fahren.
Da ich im Recht war, und er im Unrecht beschleunigte ich weiter und fuhr stur gerade aus auf die Engstelle zu. Innerlich schäumte ich vor Wut und spie Galle.
Es ist doch auch einfach einfach eine Frechheit, mir die Vorfahrt nehmen zu wollen, nur weil ich ein schwächeres Gefährt befahre als dieser Sack mit seiner widerlichen, scheiss Baseballkappe.
Er kaute ein Kaugummi und lehnte sich noch nach vorne als er stur mit hoher Geschwindigkeit auf mich zuhielt.
Er dachte wohl jetzt kneife ich, aber, »warte du Arsch. Das wirst du noch bereuen, wenn dann gehen wir hier beide drauf.«
Ich zog noch kräftig am Gashahn, als wir ineinanderfuhren und tobte vor Wut, als ich von dem Aufprall aus meinen Sitz gerissen wurde.
Mit dem Kopf voraus flog ich in Richtung seiner Windschutzscheibe.
»Jetzt kommts drauf an«, dachte ich.
Ich spannte meine gesamte Muskulatur im Körper an und machte mich so steif es nur ging, denn mein Plan war es im Flug seine Windschutzscheibe zu durchbrechen um ihn dann mit meinem Kopf voraus zu zermalmen.
Mein Kopf krachte gegen die Scheibe.
Ich spannte meine Nackenmuskulatur so heftig an wie ich nur konnte, dann brach die Scheibe.
Ich flog weiter mit dem Kopf voraus auf seinen Kopf zu, und wollte, dass ich mit meinem Kopf seinen zerstöre.
Es klappte! Ich flog gegen seinen Kopf und die Wucht des Aufpralls drückte ihn hart in die Nackenstütze. Ich saß auf ihm als er mich anschrie »Kannst du nicht aufpassen mit deiner scheiß Mofa!«
»DAS IST EINE SCHWALBE!!!«, schrie ich und schlug ihn mit aller Kraft die ich noch hatte mit beiden Fäusten abwechselnd so feste in sein arrogantes Gesicht wie ich nur konnte. Mit jedem Schlag spritzte Blut aus seinem Kopf, was mich nur noch rasender machte.
Ab da, weiß ich nichts mehr. Wachgeworden bin ich eben hier im Krankenhaus und dachte einfach, ich muss den Leuten erzählen, was mich wahnsinnig wütend macht.
Ich hasse es, wenn man keine Rücksicht auf Zweiräder nimmt, und ihnen die Vorfahrt nimmt!
Arthur hat es aufgeschrieben,
Mit seiner Feder, handbetrieben.
Instinkte ließen Blume wachsen,
Mit Dialekt sogar in Sachsen.
Als die Zeit ins Lande zog,
Der Stiel sich bereits langsam bog.
Es entwich dann nicht nur Blüte,
Sondern mit ihr auch die Güte.
Tag für Tag entweicht sie weiter,
Doch noch sind wir Spitzenreiter,
Dichter, Denker, Lyriker,
Findst selten in Amerika!
Teilt doch keiner deine Trauer,
Lass das Heulen Schopenhauer.
Selbst wenn die Sprache ist bald tot,
Wir leiden keine Hungersnot.
Auch ohne Sprache, das ist wahr,
Kannst warnen Freunde vor Gefahr,
Droht der Tot, benutzen Sie:
“Onomatopoesie!”
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